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Am 01.07.2012 traten die 47. Änderungsverordnung StVR in Kraft,  die neben der HU- Richtlinie auch die SP- Richtlinie in vielen Bereichen verändert.

Die wesentlichen Neuerungen betreffen folgende Punkte:

1. Konditionierungsfahrt vor der Prüfung
Ab dem 01.07.2012 ist zu Beginn der SP- Prüfung eine kurze Probefahrt, bei der die Mindestgeschwindigkeit von 8 km/h erreicht wurde, für alle SP- pflichtigen Fahrzeuge vorgeschrieben.

2. Prüfpunkt Auspuffanlage
Dieser Prüfpunkt entfällt bei der SP- Prüfung ersatzlos.

3. Prüfung elektronischer Systeme nach Vorgabenprüfung
Je nach Erstzulassung des Fahrzeuges beinhaltet diese Vorgabeprüfung (Systemdaten bzw. Schnittstellenprüfung) eine Verbau- und Identifikationsprüfung mit einer Sichtprüfung der Kontroll- und Warnleuchten sowie eine Funktions- und Wirkungsprüfung der im Fahrzeug verbauten elektronisch geregelten Bauteile und Systeme.
Diese Neuregelung betrifft alle SP- pflichtigen Fahrzeuge ab dem EZ- Datum 01.04.2006.
Um die Vorgabenprüfung (Systemdaten- bzw. Schnittstellenprüfung) durchführen zu können, müssen allen Untersuchungsstellen Informationen zur Prüfung dieser sicherheitsrelevanten elektronisch geregelten Systeme zur Verfügung gestellt werden.  Die aktuelle Bereitstellung dieser fahrzeugbezogenen Prüfvorgaben wird durch die zentrale Stelle (Fahrzeugsystemdaten GmbH – FSD) der berechtigten Untersuchungsstellen (Überwachungsorganisationen und anerkannte SP- Werkstätten) sichergestellt.
Für anerkannte SP- Betriebe werden die entsprechenden Daten / Informationen der Vorgabenprüfung (Systemdaten bzw. Schnittstellenprüfung) vom Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV) zur Verfügung gestellt.
SP- Werkstätten werden entsprechende Daten anhand eines Zusatzmoduls „FSD, SP 21“ über das EDV- Programm spplus zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig ist ein PC oder Laptop und ab dem 01.01.2014 ein SP- Adapter (Auslesegerät SP- Daten für Fahrzeuge ab dem EZ 01.01.2014) erforderlich.

Bemerkung: Die zentrale Datenerfassungsstelle mit Datenübermittlung über den BIV  befindet sich infolge der kurzfristigen Gesetzesänderung noch in der Aufbauphase!

Systemdaten sind Vorgaben für sicherheitsrelevante elektronisch geregelte Fahrzeugsysteme über die im jeweiligen Einzelfahrzeug verbauten sicherheitsrelevanten Bauteile und Systeme mit elektronischen Komponenten, die für die SP- Durchführung vorgeschrieben sind (Verbauinformationen). Diese können zum Teil auch durch Nutzung der in den Fahrzeugen eingebauten elektronischen Kontroll-, Diagnose- oder Informationssysteme abgerufen werden.

Schnittstellenprüfung (vorgeschrieben für Fahrzeuge mit EZ 01.01.2014 bzw. Anhänger mit EZ 01.01.2015). Alle Fahrzeuge ab diesem EZ- Datum müssen bei der SP- Prüfung mit Hilfe eines SP- Adapters elektronisch über die Fahrzeug – OBD- Schnittstelle überprüft werden. Stehen zukünftig für ältere Fahrzeuge (ab EZ
01.01.2006) Prüfdaten für die Schnittsetellenprüfung zur Verfügung, sind diese vom SP- Prüfer mit Hilfe des SP- Adapters zu überprüfen.

4. Wirkungsprüfung der Bremsanlage
Ab dem 01.07.2012 wird gemäß 47. ÄndVStVR auf die Hochrechnung auf dem Bremsenprüfstand verzichtet, wenn Bezugsbremskräfte für das zu prüfende Fahrzeug existieren. Die Bezugsbremskraft setzt sich einer Bezugsgröße (eingest. Bremsdruck oder vergleichbare Kenngröße) und der zugehörigen Bremskraft der Achse zusammen. Es dürfen jedoch nur Bezugsbremskräfte berücksichtigt werden, die von der zentralen Datenerfassungsstelle über den BIV fahrzeugbezogen veröffentlicht werden. Die Mindestabbremsung gilt bei der Prüfung mittels Bezugsbremskräfte als nachgewiesen, wenn die angemessene Bremskraft jeder Achse mindestens genauso groß oder größer als der vorgegebene Wert ist.

5. Mindesteinsteuerdruck 1,7 bar bei Bremsenprüfung
Bei der Wirkungsprüfung der Bremsanlage auf dem Bremsenprüfstand muss grundsätzlich ein Mindestbremsdruck von 1,7 bar in die Bremszylinder der Druckluftbremsanlage eingesteuert werden.
Bei Fahrzeugen mit hohem Last- / Leerverhältnis ist dies z. T. problematisch.
Diesbezüglich sollten diese Fahrzeuge teilbeladen zur SP vorgeführt werden oder mit „Niederspannvorrichtungen“ belastet werden.
Liegen keine Bezugsbremskräfte für das Fahrzeug vor, ist wie bisher eine Einpunkt- Hochrechnung durchzuführen.

6. Anpassung von Mindestabbremsungen
Zum 01.07.2012 gelten gestaffelt nach dem Erstzulassungsdatum für die einzelnen Fahrzeugarten lt. Tabelle folgende Mindestabbremsungen bei der SP- Durchführung


Fahrzeugklasse:
M2, M3 =  KOM
N2, N3  = LKW, Zugm., sonstige
O4   =   Anhänger, Auflieger

HU1
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7. Neue SP- Fristenregelung
Wird ein SP- pflichtiges Fahrzeug später als den durch die HU- Plakette angegebenen Monat zur HU vorgeführt, entfällt die Rückdatierung der HU- Prüffrist. Somit wird beim Bestehen der HU die für die Fahrzeugart entsprechende volle Gültigkeitsdauer der HU- Frist zugeteilt. Dies hat zur Folge, dass die durch die SP- Marke angegebene Prüffrist außerhalb der SP- Zeitabstände zwischen den Hauptuntersuchungen liegt. Aus diesem Grund wird die SP- Marke durch den HU- Prüfer neu zugeteilt.

Beispiel:
LKW  HU 5/12     SP 11/12
HU- Vorstellung 7/12:        HU 7/13    SP 01/13

Für die nächst fällige SP- Prüfung gibt es keine Fristenänderung, d.h. bei Überziehung des SP- Termins wird eine HU- Plus fällig.

Mindestangaben SP- Prüfprotokoll
Ab 01.07.2012 müssen Prüfprotokolle weitere Mindestangaben enthalten:
1.    Angabe der vollständigen Fahrgestellnummer
2.    Angabe der Bremskräfte und der Abbremsung

Antragsformulare, Prüflisten und Anerkennungsbescheinigungen als Arbeitsmittel der Innungen zur SP- Annerkennung von Werkstätten werden aktualisiert und nach Fertigstellung an Sie weitergeleitet.

Bitte beachten Sie dass alle vorgenannten Punkte ab 01.07.2012 Rechtsbestand haben.
Über den Informationszugang der Vorgabeprüfung (Systemdaten- bzw. Schnittstellenprüfung) seitens des Bundesinnungsverbandes BIV sowie geänderte Dokumentationsvorgaben werden wir Sie umgehend informieren, wenn uns detaillierte Informationen vorliegen.

Stand: Juni 2012